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Hörspielkritik: Leo und die Abenteuermaschine #1 (Leo in der Urzeit)

Geschichtsstunde für Kinder made in Germany

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Rich­tig coo­le Groß­el­tern set­zen Flau­sen in die Köp­fe ihrer Enkel. So ist das auch mit der Löwen­fa­mi­lie um Löwen­kind Leo, die aus der Savan­ne in eine Urwald­höh­le umge­zo­gen waren. Dort ist es ein­fach siche­rer, einen Junior­lö­wen groß­zu­zie­hen. Lei­der reg­net es dort sehr häu­fig, und als es mal wie­der soweit war, ließ sich der 5‑jährige Löwe von einer Geschich­te von Opa inspi­rie­ren, und bau­te sich sei­ne eige­ne Zeit­ma­schi­ne, die “Aben­teu­er­ma­schi­ne”. 

Seit­dem nimmt Leo alle Näh­käst­chen-Sto­rys von Opa und ande­re All­tags­er­leb­nis­se zum Anlass, die im Kel­ler ste­hen­de Maschi­ne anzu­wer­fen, kurz an die Geschich­te zu den­ken und auf den Rei­se­knopf zu drü­cken. Nach einer kur­zen Rei­se besteht der Löwe dann am Ziel eine zehn­mi­nü­ti­ge Mini­epi­so­de, gefüllt mit the­ma­tisch ver­wand­tem Geplänkel.

Bemer­kens­wert ist dabei der klar erkenn­ba­re Unter­schied zwi­schen Gegen­wart und Aben­teu­er­sto­ry, also dem Ein- und Aus­schal­ten des Aben­teu­er­mo­dus, dem Ein- und Aus­schal­ten der Fan­ta­sie- und Spie­le­zeit. Die Skrips sind glas­klar und feh­ler­frei auf­ge­nom­men und gemischt, die Stim­men tadel­los, die Spra­che hoch­deutsch. Man merkt der Pro­duk­ti­on kaum an, im Eigen­ver­lag ent­stan­den zu sein. Auf­nah­men, Druck und Ver­trieb sind pro­fes­sio­nell, und  Sach­ver­hal­te wer­den kind­ge­recht wie­der­holt. The­ma­tisch gibt es mitt­ler­wei­le (Ende 2020) 12 CD-Inhal­te über die Mond­lan­dung, Pira­ten­in­seln, Eski­mos, Ben­ja­min Fran­k­lin, Tho­mas Edi­son, Jules Ver­nes u.v.m.

Für die­se Bewer­tung lag Epi­so­de #1 vor, in der Leo die Gebrü­der Wright (ers­ter Flug) besucht, dann ein span­nen­des Aben­teu­er in einer Dino­sau­ri­er­welt erlebt und schließ­lich im wil­den Wes­ten eine auf­re­gen­de Zeit ver­lebt. Die Sto­rys sind vor­nehm­lich mit Ste­reo­ty­pen voll­ge­packt, das tut dem gesam­ten Werk aber kei­nen Abbruch und bewegt sich im »poli­ti­cal­ly cor­rect« Rah­men. Es gibt sepa­ra­te Stim­men für alle Prot­ago­nis­ten und eine sym­pa­ti­sche Erzäh­le­rin. Die Stim­men las­sen sich gut von­ein­an­der unter­schei­den, Pau­sen und Wie­der­ho­lun­gen ori­en­tie­ren sich an jün­ge­rem Publikum. 

Es gibt kei­ne Über­gän­ge zwi­schen die­sen Epi­so­den. So kann jede unab­hän­gig gehört wer­den. Aber auch das gesam­te Abspie­len der CD ist mög­lich, getes­tet beim einem Drei­ein­vier­tel­jäh­ri­gen. Allein­stel­lungs­merk­mal ist die Erwäh­nung kom­ple­xer Sach­ver­hal­te und für die Ziel­grup­pe mög­li­cher­wei­se unver­ständ­li­cher Begrif­fe. Sie sind so geschickt ein­ge­baut, dass sie den gesam­ten Geschichts­fluss kei­nes­falls stö­ren, aber die Neu­gier der Zuhö­rer wecken und immer etwas zum Dazu­ler­nen übrig­las­sen. So sind die Epi­so­den von Leo dem Löwen mit Infor­ma­tio­nen voll­ge­pack­te Geschichts­lek­tio­nen, die mehr­fach gehört wer­den kön­nen und jedes­mal etwas Neu­es vermitteln.

(Vor­la­ge für die­se Bewer­tung war Epi­so­de #1, hier ist die Link zur Ama­zon-Pro­dukt­sei­te die­ser Leo-Fol­ge. Für ande­re Epi­sen erfol­gen spä­ter ggf. sepa­ra­te Rezensionen.)

[8bp]

Leo und die
Aben­teu­er­ma­schi­ne #1
E.T.Media, ASIN : 3000538127
8.3/​10

Blickt man auf das Cover, ist schnell klar, wohin die Rei­se geht. India­na-Jones-Kla­mot­ten und ‑Titel­far­ben inspi­rie­ren das Aben­teu­er­ge­fühl. Leo, den Löwen als Prot­ago­nist lass ich dabei noch­mal durch­ge­hen. (Unser Klei­ner lernt, bes­ser das Wei­te zu such­te, wenn er einem Löwen begeg­net.) War­um Leo ein Löwe ist, wer­den wir hof­fent­lich noch irgend­wann erfah­ren, denn die Per­so­nen die Leo im Ver­lau­fe sei­ner Aben­teu­er trifft, sind meist menschlich.

Bemerks­wert im Ver­gleich mit ande­ren (hoch­wer­ti­gen) Geschich­ten ist der Man­gel einer lang­ge­streck­ten emo­tio­na­len Geschich­te. Die Sto­rys sind kla­re und feh­ler­frei erzähl­te Geschichts­be­su­che, bei denen der Löwe ein oder zwei ste­reo­ty­pi­sche Fea­tures die­ses Zeit­ab­schnitts detail­liert ken­nen­lernt. Das hat den Vor­teil, dass meh­re­re The­men in kür­ze­ren Abschnit­ten erzählt wer­den kön­nen, eigent­lich genau die rich­ti­ge Häpp­chen­grö­ße für Klein­kin­der bis zu einem bestimm­ten Alter. 

Gleich­zei­tig ver­an­kern sich die The­men emo­tio­nal nicht sehr tief. Das tre­ten ande­re Hör­spie­le wei­ter aus, brin­gen mehr sto­ry­lo­se, aber emo­ti­ons­bil­den­de Erzäh­lele­men­te mit ein.

Es ist Geschmack­fra­ge, wel­che Rich­tung man bevor­zugt — da gibt es selbst hier in der Fami­lie unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen. Wich­tig: (1) die Ziel­grup­pe zu unter­hal­ten und (2) die Ziel­grup­pe lernt etwas beim Zuhö­ren. Und das schafft Leo problemlos.

Erstaun­lich sind emo­ti­ons­kri­ti­sche Stel­len: Selbst die span­nends­ten Situa­tio­nen wer­den sprach­lich ele­gant gelöst. So, dass unser Klei­ner, auf­grund sei­nes Alters noch etwas ängst­lich, dies­mal ganz still sit­zen blieb und gespannt zuhör­te, wie die Situa­ti­on dees­ka­lier­te (hier: ein Über­fall eines Tyran­no­sau­rus Rex, Ein Über­fall! Eines T‑Rex!!).

Eini­ge Namen, Fach­be­grif­fe und Erklä­run­gen über­stei­gen den kogni­ti­ven Stand des Nach­wu­ches. Doch die Serie ver­kehrt die­sen Fakt ins Posi­ti­ve. Denn so wird auch das Inter­es­se für die Zukunft, für etwas Neu­es geweckt. Bra­chio­sau­rus, Gebrü­der Wright, T‑Rex, 80 km/​h, das sind alles Details, die ein jun­ger Höh­rer nicht erkennt, die ihn aber inter­es­sie­ren und am Ball blei­ben las­sen. Damit wer­den die Geschich­ten auch beim fünf­tem Mal Anhö­ren nicht langweilig.

Ich hof­fe, dass sich mit der Zeit mehr Emo­tio­nen ent­wi­ckeln (z. B. kam Leos Stim­me hier zu scharf her­über, Opa könn­te älter klin­gen). Ins­ge­samt ist Leo und sei­ne Aben­teu­er­ma­schi­ne eine von vor­ne bis hin­ten span­nen­de kau­fens­wer­te Pro­duk­ti­on. Die­ser ers­te Teil wird nicht unser letz­ter sein.

[Link zur Ama­zon-Pro­dukt­sei­te über Paket mit drei Leo-Epi­sen]

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Yep! Tegel hat tat­säch­lich zu.  ✈️❌

Mal wie­der Kunst vom drei­jäh­ri­gen Nach­wuchs, die­ses Mal ein 2021er-Neu­jahrs­ge­mäl­de: eine »Sprech­bla­se«! Ganz ein­deu­tig ist die Bla­se zu erken­nen und die Buch­sta­ben dar­in, und der Strich nach unten, denn es ist offen­sicht­lich die Kat­ze, die hier spricht. Und was sagt sie???  OoeS­So­oo? hhhhhhjiuytv!!! 

Win­ter in Ber­lin! Ech­ter Win­ter mit Schnee!! Un. Glaub. Lich! Und mit dabei: dein aller­ers­ter Schnee­mann!! Wow, damit hät­ten wir gar nicht mehr gerech­net in die­sem Jahrhundert! 🥳😐😗 🍾 

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