8BitPapa

Blogfamilia 2019: Meine Lieblings-Wochenend-Kita

Gastbeitrag – Nachlese aus 80cm Augenhöhe

Was tun, wenn man nur Ein­ein­halb ist und die Kita am Wochen­en­de zu hat? Ab zur Blog­fa­mi­lia! Neue Spiel­zeu­ge und net­te Refe­ren­ten waren am Start, sogar mit 1:1-Dozentenschlüssel. Das haben sich mei­ne Eltern beim letz­ten Umzug näm­lich schlau über­legt: Wir woh­nen in der­sel­ben Stadt, in der das jähr­li­che Tref­fen der Eltern­blog­ger­kin­der statt­fin­det – stress­frei­er kann ich mir einen Tag mit anspruchs­vol­len Work­shops und lecke­ren Snacks nicht vor­stel­len. Denn auch die Orga­ni­sa­ti­on des Events war mal wie­der her­vor­ra­gend (kein Wun­der, wenn gro­ße Köp­fe so etwas pla­nen), da kön­nen sich man­che Baby­sit­ter eine Schei­be abschnei­den!

Eine Über­ra­schung zu Anfang: Geschen­ke!! Jeder Teil­neh­mer erhielt eine Tüte voll mit prak­ti­schen Spiel­sa­chen und Dut­zen­den Heft­chen, lei­der schon bedruckt, ein Faux­pas, nicht zum Bema­len geeig­net – Erwach­se­nen­sa­chen eben, die man nicht ent­zif­fern kann. Wei­ter ging es kuli­na­risch, genau mein Fall: Ech­te Bre­zeln und fluffi­ge Crois­sants. Die wur­den irr­tüm­lich auf zu hohen Tischen plat­ziert, so dass mei­ne Eltis hel­fen muss­ten.

Der­art gestärkt ging es gleich los mit den ers­ten Hap­tik-Work­shops: Plas­tik­bäl­le kom­ple­xer Grö­ßen sor­tie­ren, dar­an anschlie­ßend das auf­re­gen­de Bäl­le­bad. Mal­stif­te und Papier waren aus­rei­chend vor­han­den, sowie die­se genia­len Stra­ßen­si­mu­la­ti­ons­tep­pi­che, denen sich mei­ne Eltern immer noch ver­wei­gern, weil sie mir »Natur statt Beton« ver­mit­teln wol­len. Ich sage dann immer »Wacht mal auf, guckt euch um, das ist halt unser Leben, da sind auch Stra­ßen!« Aber sie haben immer noch zu star­ke Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­fi­zi­te, um mich zu ver­ste­hen. Nicht so übri­gens die Dozen­ten, die uns bei all den Work­shops beglei­te­ten. Ech­te Pro­fis eben.

Beson­ders prak­tisch: Schon jetzt konn­te ich mei­ne Erzie­hungs­be­rech­tig­ten in der Eltern­be­treu­ung abge­ben. Dort wur­den sie mit The­men über Augen­sam­meln, Kin­der- und Bild­rech­te, Geld­ver­die­nen und irgend­et­was mit Such­ma­schi­nen ruhig­ge­stellt, was Gro­ße halt so mögen, um dann zur Mit­tags­pau­se wie­der abge­holt zu wer­den. Das Timing war her­vor­ra­gend, per­fekt für mei­nen mit­täg­li­chen Win­del­wech­sel.

Begeis­te­rung auch beim Lunch-Cate­ring: Es gab Pom­mes! Mit Ketch­up! Und mit net­ter Tel­ler­de­ko ange­rich­tet. Mei­ne Eltern hat­ten das miss­ver­stan­den und die Deko mit­ge­ges­sen (bun­te wei­che Kugeln und blu­men­ar­ti­ge Geste­cke)! Sämt­li­che Hin­wei­se auf die­sen Irr­tum igno­rier­ten sie, wur­den sogar miss­lau­nig, als ich mit Ges­ten und lau­ten Aktio­nen mit mei­nen Ess­werk­zeu­gen auf das Pro­blem hin­wies. Als ich zu ihrer Sicher­heit selbst Hand anleg­te und die Deko­ra­ti­on vom Tisch schob, gerie­ten wir sogar in einen klei­nen Dis­put. Ich muss sie wohl noch etwas bes­ser erzie­hen.

Dank der anschlie­ßen­den Work­shops fokus­sier­ten wir uns wie­der. Hoch­in­ter­es­san­te High­tech-Expe­ri­men­te mit fern­ge­steu­er­ten Mini­au­tos, Streif­zü­ge durch die Bota­nik, ein Trak­to­ren-Schraub-Semi­nar und unter­halt­sa­me Aus­bruchs­ex­pe­ri­men­te (die Dozen­ten schau­spie­ler­ten Panik, das war beson­ders lus­tig) run­de­ten das intel­lek­tu­el­le und sport­li­che Pro­gramm für mich und die ande­ren Kon­fe­renz­teil­neh­mer gelun­gen ab.

Auch die Eltern wur­den her­vor­ra­gend beschäf­tigt. Papa lern­te ein biss­chen Schrei­ben von einer Zei­tung — wie ich fin­de, höchs­te Zeit, er ist schon 46. Mama ver­irr­te sich auf einen Tro­cken­bau-Work­shop – mit viel zu klei­nen Back­stei­nen für ihre Rie­sen­hän­de. Gefun­den haben wir drei uns wie­der bei einer Gesangs­per­for­mance. Die Sän­ge­rin brauch­te zwar ewig, um die Hin­ter­grün­de zu ihren Lied­tex­ten zu erklä­ren – irgend­wie ging es ums Krank­sein und wie­der Gesund­wer­den. Aber dann haben alle gelacht und Bücher gekauft. Mit Sei­ten aus super­dün­nem Papier und ohne Wim­mel­bil­der – Erwach­se­nen­sa­chen eben, die man nicht ver­ste­hen muss. Ich mogel­te uns schon vor dem Ende der Show aus der Situa­ti­on her­aus, durch eine wei­te­re Win­de­l­ak­ti­on. Wie­der zum per­fek­ten Zeit­punkt. Denn drau­ßen wur­de gera­de das nächs­te Buf­fet auf­ge­baut; wir hat­ten den Nach­mit­tags­ku­chen ganz für uns allein. Ich glau­be Kir­sche und Streu­sel.

Das Bes­te zum Schluss: Nach solch einem ereig­nis­rei­chen Tag waren mei­ne bei­den Eltis pri­ma aus­ge­powert. Sie schlie­fen qua­si sofort nach unse­rer Ankunft zu Hau­se ein, so dass ich unse­re Auf­weck­rou­ti­ne am nächs­ten Mor­gen von 5 auf 4 Uhr vor­ver­le­gen konn­te.

Fazit: Heu­te ist wie­der nor­ma­le Kita. Ich bericht­erstat­te bei mei­nen nei­di­schen Kom­mi­li­to­nen und den­ke mit einem Lächeln zurück an die inter­es­san­ten Events und die per­fek­te Pla­nung, die vie­len net­ten Men­schen und die Mahl­zei­ten, Lecke­rei­en, Snacks und ande­ren kuli­na­ri­schen »Aus­nah­men«. Ziel fürs nächs­te Jahr: 10 cm wach­sen, um sel­ber an den Kuchen zu kom­men.

Herz­li­chen Dank an das 8BitBaby für die­sen Gast­bei­trag.


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