8BitPapa
Urlaub mit 8-Monate-Baby? Nur mit Babykarte

Urlaub mit 8‑Monate-Baby? Nur mit Babykarte

Sei­te wei­ter­emp­feh­len oder spä­ter weiterlesen

Mit einem acht Mona­te alten Baby ver­rei­sen? Wegen der Partnermonate@Elternzeit pas­siert das Eltern in letz­ter Zeit immer häu­fi­ger. Und das, obwohl sich doch jeder ent­span­nen­de­re Feri­en vor­stel­len kann, als Auf­wach­zei­ten, Aus­flugs­zie­le und nicht vor­han­de­ne Ker­zen­schein­din­ner mit Meer­blick durch die unbe­re­chen­ba­re Lau­ne eines daher­ge­bo­re­nen Säug­lings kon­trol­lie­ren zu las­sen. Alles halb so wild, wie die­ser Rück­blick beweist.

Faul am Strand zu lie­gen und sich ab und zu mit einem Sprung ins Meer abzu­küh­len, das war nie unser Urlaubs­ding (Frau 8BitPapa hebt gera­de pro­tes­tie­rend den Zei­ge­fin­ger). Gen­aus­we­nig wie Dra­chen­flie­gen, Bun­gee­jum­pen oder mit dem Renn­rad einen Jakobs­weg ent­lang­ra­sen. Als Geo­cacher sind waren wir eher die typi­schen Ausflugs‑, Wan­der- und Ent­de­cker­ur­lau­ber. Am bes­ten mit dem Flie­ger auf eine Insel vul­ka­ni­schen Ursprungs und mit dem Miet­wa­gen abge­le­ge­ne Höh­len, mör­de­ri­sche Klip­pen und win­di­ge Kra­ter erkun­den. Nicht sel­ten acht Stun­den am Stück, um abends mit gutem Gewis­sen hau­fen­wei­se regio­na­le Köst­lich­kei­ten zu probieren.

Uns war klar, dass sich das mit Kind ändern wür­de. Spä­tes­tens nach den Urlaubs­be­schrei­bun­gen von Freun­den und Ver­wand­ten. »Pfh, wozu nach Thai­land? Bist ja stän­dig mit dem Baby beschäf­tigt«, hieß es, und »Also Ent­span­nung ist was ande­res.« und »Es wird bes­ser, wenn sie älter wer­den. 30 oder so, wenn sie ihre eige­ne Woh­nung haben.« Also setz­ten wir unse­re Denk­kap­pen auf und schmie­de­ten einen was­ser­dich­ten Babyurlaubsplan.

Gut geplant ist halb geurlaubt

Zwei Wochen brü­te­ten wir, dis­ku­tier­ten, kon­zi­pier­ten, erör­ter­ten, such­ten Zie­le, lis­te­ten das Rah­men­pro­gramm, leg­ten Cache­lis­ten an und stell­ten Tages­ab­laufs­plä­ne auf. War­fen schließ­lich alles in die Ton­ne und fin­gen noch­mal neu an, um beim zwei­ten Anlauf weni­ger kom­pli­ziert her­an­zu­ge­hen. Die Anfor­de­run­gen: ein mög­lichst ein­fa­cher Urlaub, Halb­pen­si­on mit Früh­stück und Abend­essen, nicht weit ent­fernt (Baby + Flug­zeug = Höl­le?) und ohne gro­ße kul­tu­rel­le oder ent­de­cke­ri­scher Erwar­tun­gen. Das Ergeb­nis: ein für uns unty­pi­scher Fau­lur­laub, der allein dar­auf ziel­te, für einen begrenz­ten Zeit­raum einen ande­ren Ort zu sehen. Das hät­te dem­zu­fol­ge ein Cam­ping­trip an einen bran­den­bur­gi­schen Bag­ger­see sein kön­nen. Also ergänz­ten wir die Anfor­de­run­gen um »rücken­scho­nend« und »Meer­blick«. Das Ziel: Istrien@Kroatien. Traum­haf­te Küs­te, net­te Men­schen, gutes Essen (#bal­kan­plat­te­fo­re­ver), bezahl­bar und kur­zer Flug. Per­fekt für Men­schen mit Flug­angst oder Babys oder beidem.

Flughafen

Von wegen zwei Stun­den vor dem Abflug ein­che­cken. Ich rech­ne über­all Puf­fer­zei­ten mit ein und wür­de am liebs­ten auf dem Flug­ha­fen über­nach­ten, um garan­tiert nicht zu spät zu sein. Zum Glück war­tet Frau 8BitPapa über­haupt nicht gern und kal­ku­liert die Anrei­se­zei­ten wesent­lich knap­per, so dass wir uns in der diplo­ma­ti­schen Mit­te wie­der­fin­den, und des­halb weder jemals zu spät gekom­men und noch aus war­te­be­ding­ter Lan­ge­wei­le ein­ge­gan­gen sind. Mit Baby ist das Timing natür­lich kri­ti­scher, da alles dop­pelt so lan­ge dau­ert, das ist empi­risch bewie­sen. Dafür erhält man bei der Geburt aber die (vir­tu­el­le) Baby­kar­te, und der Flug­ha­fen ist idea­les Ter­ri­to­ri­um, um sie mehr­fach auszuspielen.

Mit die­ser Baby­kar­te ern­tet man nicht nur stän­dig Kom­pli­men­te für ach so kris­tall­blaue Babyau­gen und herz­er­wär­men­des Gemüt, son­dern igno­riert ins­be­son­de­re War­te­schlan­gen. Zurecht, weiß jeder, der schon mal einen Zehn-Kilo-Won­ne­prop­pen eine Stun­de durch Ter­mi­nals und Sicher­heits­kon­trol­len und Gates und über Roll­fel­der und die Trep­pen rauf ins Flug­zeug getra­gen hat.

Von der Logis­tik mit Bug­gy (wir emp­feh­len nach wir vor den Joie Chro­me), Baby­scha­le und leben­di­gem Inhalt ganz zu schwei­gen. Wer die­se Zei­len liest, weil er sich gera­de selbst um die­ses The­ma sorgt, der sei beru­higt. Dank der Baby­kar­te ver­wan­deln sich selbst die gries­grä­migs­ten Sicher­heits­kon­trol­leu­re in alber­ne Gri­mas­sen schnei­den­de Men­schen­freun­de und eskor­tie­ren Eltern mit Säug­lin­gen unge­fragt an die ers­te War­te­schlan­gen­po­si­ti­on des Flughafen-Nacktscanners.

Was ist die Babykarte?

Die Baby­kar­te ist eine Hilfs­kar­te für alle Aktio­nen, die Sie zusam­men mit dem Baby durch­füh­ren. Ein­kau­fen, im Restau­rant essen, ver­rei­sen, in einer War­te­schlan­ge ste­hen, Sitz­plät­ze ergat­tern — Baby­kar­ten erleich­tern die durch das eigent­li­che Baby ver­ur­sach­ten Schwie­rig­kei­ten. Nicht völ­lig, aber zu einem gro­ßen Teil.

Die Baby­kar­te exis­tiert in ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen, +5, +10 und +15, abhän­gig vom Cha­ris­ma des Babys. Je nied­li­cher und näher am Kind­chen­sche­ma, des­to höher der Bonus. Wel­che Kar­te Sie haben, kön­nen Sie ein­fach tes­ten: War­ten Sie, bis Ihr Baby schläft und zäh­len Sie inner­halb von fünf Minu­ten die Anzahl der unfrei­wil­li­gen Gedan­ken »Gott, ist der/​die nied­lich« und »Mann, ist der/​die süß«.

Aus­ge­spielt wird die Baby­kar­te durch Zei­gen des nied­li­chen Gesichts. Falls Ihr Baby ein häss­li­ches Gesicht hat, zie­hen Sie ihm die Socken aus und zei­gen statt­des­sen die nied­li­chen Babyfüße.

Anreise

Nach all den Mona­ten sei­ner bis­lang kur­zen Exis­tenz zeigt sich im Flug­zeug die wah­re Natur des Babys: Schlä­fer oder Schrei­er. Da wir uns nicht sicher sind (mit­un­ter schläft er tags­über, nachts schreit er), gin­gen wir auf Num­mer sicher und brach­ten so vie­le Ablen­kungs­mit­tel an Bord wie ins Hand­ge­päck pass­ten. Spiel­sa­chen, Kuschel­tie­re, Fin­ger­food-Snacks, bis­lang abfäl­lig belä­chel­te Quet­schies, Mobi­les, Spiel­uh­ren, Koch­töp­fe, Kreuz­wort­rät­sel­heft­chen, Xylo­phon, D&D‑Monsterbücher und Mut­ter­milch­brüs­te. Bei uns hal­fen die Mut­ter­milch­brüs­te am bes­ten und der Klei­ne ver­brach­te nach der Milchmahl­zeit den Rest des Flugs im Panik­penn-Modus.

Baby­kar­ten-Bonus: Sie erhal­ten min­des­tens eine schi­cke Not­fall-Schwimm­wes­te in Baby­grö­ße. Gege­ben­falls wer­den Sie in eine eige­ne Rei­he hin­ten bei den Toi­let­ten umge­setzt, weit weg von allen ande­ren Pas­sa­gie­ren, damit das süße Baby unge­stört vor sich hin gur­geln kann.

Essen gehen

Bloß kein Restau­rant­stress, war unse­re Prä­mis­se nach fol­gen­den gedach­ten Szenen:

— 🕹 —

»Tut uns leid mit der Tisch­de­cke und dem Geschirr und den Glä­sern und den ande­ren Gäs­ten. Hier, unse­re Kre­dit­kar­te. Kön­nen Sie das Essen ein­pa­cken? He, nicht so ruppig.«

— 🕹 —

»Wir möch­ten hier ger­ne dinie­ren. Haben Sie einen Babysitz?«
»…?«
»Einen Babyhochstuhl??«
»…?«
»Na so einen Baby… a baby chair???«
»Ooooh beb­by. Chair for beb­by! No.«

— 🕹 —

»Wenn er so wei­ter quiekt, wer­fen die uns raus. Die ande­ren Gäs­te gucken schon.«
»Die gucken, weil er so nied­lich ist.«
»Nein, die gucken, damit sie mit ihren Wurf­ga­beln bes­ser zie­len können.«
»Er hat halt schlecht geschlafen.«
»Er? Ich! Ich habe schlecht geschla­fen! Wenn er nicht geschrien hat, hast du geschnarcht. Und quie­ke ich deshalb?«
»Ich schnar­che nicht.«
»Hier <Han­dy zück>, ich habs aufgezeichnet.«
»Du hast auf­ge­zeich­net, wie ich schnarche??«
»Aber hallo!«
»Wer zum Teu­fel zeich­net das Schnar­chen sei­nes Part­ners auf?«
»Psst, die ande­ren Gäs­te gucken schon.«

— 🕹 —

Dar­um buch­ten wir Halb­pen­si­on mit All-you-can-eat-Buf­fet. Die befin­den sich in der Regel in bahn­hofs­hal­len­gro­ßen Kan­ti­nen­re­stau­rants, in denen Baby­ge­quie­ke im all­ge­mei­nen Geschirr­klap­pern und Rau­nen der drei­hun­dert ande­ren Gäs­te untergeht.

Gleich­zei­tig lie­ßen wir uns natür­lich auf das größt­mög­li­che Tou­ris­ten­ri­si­ko ein, dem All-you-can-eat-Effekt. Wir dach­ten, uns kann nicht viel pas­sie­ren, denn sol­che Buf­fets sind doch allen­falls Mit­tel­klas­se. Lei­der hat­ten wir unse­re Haus­auf­ga­ben bezüg­lich der Hotel-Recher­che zu gut gemacht. Das Essen war zumeist lecker. Bei haus­ge­mach­ten Schupf­nu­deln in Trüf­fel­pes­to, Hühn­chen­spie­ßen, Schwei­ne- und Rin­der­bra­ten, Gulasch, zwei ver­schie­de­nen Fischen, Auf­läu­fen, vier Sät­ti­gungs­bei­la­gen und unzäh­li­gen Salat- und Gemü­se­op­tio­nen, und einer Obst­the­ke, und einer Käse­the­ke, kommt es auf den Tel­lern der ers­ten Din­ner­aben­de unver­meid­lich zu kuli­na­ri­schen Unfäl­len. So ein Tel­ler ist dann oft ein Minia­tur­ab­bild des gesam­ten Nah­rungs­an­ge­bots und wenn der hori­zon­ta­le Platz nicht reicht, dann wird gesta­pelt. Die letz­ten istri­schen Oli­ven auf der Spit­ze so zu plat­zie­ren, dass sie nicht her­un­ter­kul­lern, braucht sei­ne Zeit, und die hat­ten wir mit einer ticken­den Baby­zeit­bom­be nicht.

Ein Sys­tem muss­te her.

  • Ankunft im Restaurant 
    • Eltern­teil A prüft mit dem Klei­nen im Bug­gy die bes­ten Plät­ze am Rand (wegen der Akus­tik), macht den Tisch baby­si­cher, rich­tet das Baby am Tisch aus, bringt das Lätz­chen an, packt den Baby­l­öf­fel aus.
    • Eltern­teil B scannt wäh­rend­des­sen das Nah­rungs­mit­tel­an­ge­bot auf der Suche nach Kar­tof­feln, zu weich gekoch­tem Gemü­se und Fisch/​Fleisch, und baby­fin­ger­kom­pa­ti­blen Fin­ger­food-Snacks (Honig­me­lo­ne, Voll­korn­brot) und packt alles in eine Salat­schüs­sel. Dazu: ein, nein zwei Dut­zend Spuck­tü­cher Papierservietten.
  • 2. Baby-Haupt­mahl­zeit und ers­ter Elternteil 
    • Eltern­teil A ver­rührt das Loot von Eltern­teil B zu einem Brei und beginnt mit dem Verfüttern.
    • Eltern­teil B macht die ers­te eige­ne Din­ner­run­de und isst die­sen Tel­ler ohne ein schlech­tes Gewis­sen zu haben vor den Augen des noch hun­gern­den Eltern­teils A. (Bonus­punk­te für ein klei­nes frit­tier­tes Mitbringsel.)
  • 3. Baby-Snack und zwei­ter Elternteil 
    • Nach eini­gen Minu­ten erhält das Baby zur Abwechs­lung einen Fin­ger­food-Snack, mit dem es sich die nächs­te Zeit selbst beschäf­tigt. Zeit, um Luft zu holen.
    • Jetzt führt Eltern­teil A die eige­ne Din­ner­run­de durch, wäh­rend Eltern­teil B über das Baby »wacht«, ggf. zufüt­tert, den Snack erneu­ert oder zu einem Spiel­zeug wechselt.

Die­ses asyn­chro­ne Spiel lässt sich, je nach Hun­ger, belie­big oft wie­der­ho­len. Zum Schluss wird das Baby mit Stuhl so weit gedreht wird, dass es die ande­ren Buf­fet­gäs­te beob­ach­ten kann. Das bringt wei­te­re zehn Minu­ten, die vor allem die Mut­ter nutzt, um das Des­sert­buf­fet zu inspi­zie­ren, ohne dass der Klei­ne mit­be­kommt, womit genau sie sündigt.

Auf die­se Wei­se schaff­ten wir locker 45 Minu­ten klag­lo­ses Abend­essen und waren am Schluss so geschickt in der Pro­dukt­aus­wahl und Füt­te­rungs­tech­nik, dass der Fuß­bo­den so sau­ber wie zuvor glänz­te. Zu Hau­se ist einem das ja egal, da sieht es unter den Baby­stüh­len aus, wie auf den Tel­lern eines All-you-can-eat-Buf­fets. Im Restau­rant könn­te man aber mög­li­cher­wei­se von ande­ren beur­teilt wer­den. Mir ist es doch irgend­wie pein­lich, den Platz wie ein Schlacht­feld zu hin­ter­las­sen, auf dem es so aus­sieht, als hät­te sich das Essen gewehrt. Dar­um neh­me ich auch immer etwas Spül­mit­tel, einen Schwamm und ein Geschirr­tuch ins Restau­rant mit.

Baby­kar­ten-Bonus: Per­sön­li­ches Geleit zu einem tol­len Platz mög­lichst nah am Buf­fet mit mög­lichst wenig Platz drum­her­um. Immer schön lächeln, bedan­ken und danach zu dem Platz wech­seln, der wirk­lich prak­tisch ist.

Sonne tanken

Mit der Son­ne ist das mitt­ler­wei­le eine Hass­lie­be. Auf der einen Sei­te gehört sie zum Urlaub, wie Speck­fal­ten zu einem Baby. Auf der ande­ren Sei­te sind sowohl Babys als auch pho­to­sen­si­ti­ve 8BitPapas höchst son­nen­brand­ge­fähr­det. Im Fal­le der Babys heißt es sogar, das Haut­krebs­ri­si­ko stie­ge im spä­te­ren Leben stark an, wenn der Säug­ling in jun­gen Jah­ren der Son­ne unge­schützt aus­ge­setzt war. Ein Schuh, den sich nie­mand anzie­hen möchte.

Eine Grat­wan­de­rung also, der wir mit einer will­kom­me­nen spa­ni­schen Tra­di­ti­on begeg­ne­ten: der Sies­ta. Wir nutz­ten den viel zu hei­ßen frü­hen Nach­mit­tag für ein gemüt­li­ches Mit­tags­schläf­chen und began­nen im Gegen­zug die Tage etwas frü­her. Kurio­ser­wei­se deckt sich das ziem­lich gut mit den natür­li­chen Wach- und Schlaf­ge­wohn­hei­ten des Nach­wuch­ses. Win-win.

Denks­te. Im vor­aus­ei­len­den Gehor­sam erwach­te unser Nach­wuchs­ex­em­plar in Fol­ge prompt um halb Fünf und ver­ab­schie­de­te sich schon nach dem Früh­stück in den Nach­mit­tags­schlaf. Also pack­ten wir ihn am nächs­ten Tag schon in der Früh in die Auto­ba­by­scha­le, so dass er sich auf dem Weg zur Aus­flug­s­tropf­stein­höh­le, ein UV-A- und UV-B-siche­rer Ort, gehö­rig aus­schla­fen konnte.

Denks­te. Jetzt blieb er statt­des­sen wach, quietsch­te und schrie uns die Ohren voll und schlief genau eine Minu­te vor der Ankunft ein. Und so war­te­ten wir in brü­ten­der Hit­ze auf dem Aus­flug­s­tropf­stein­höh­len­park­platz, bis er aus­ge­schla­fen war, damit er mit sei­nem unaus­ge­schla­fe­nen Kampf­schrei nicht die 50.000 Jah­re alten Sta­lak­ti­ten von der Aus­flug­s­tropf­stein­höh­len­de­cke brül­len wür­de. Wie man’s macht, macht man’s falsch. Glück­li­cher­wei­se lie­gen Aus­flug­s­tropf­stein­höh­len unter der Erde, denn inzwi­schen war es schon Sie­st­a­na­ch­mit­tag und die Son­ne brann­te hei­ßer als im ers­ten Riddick-Film.

(Neben­bei stell­te sich her­aus, dass neu­mo­di­sche Titan­di­oxid-SF-50-Son­nen­cremes viel bes­ser schüt­zen und die Haut weni­ger rei­zen als che­mi­sche Gels. Das ist an die­ser Stel­le also eine Emp­feh­lung. Man sieht dann zwar aus, wie Gerd »Gold­fin­ger« Frö­bes gold­be­mal­te Kom­pli­zin, dem nied­li­chen +15-Baby tut das aber kei­nen Abbruch, und dem Papa, der mit einem däm­li­chen Son­nen­hut her­um­lau­fen muss, ist das eh schon egal. Update: Inzwi­schen habe ich viel pro­biert, und es gibt doch bes­se­re Cremes, die trotz LSF50 gut ein­zie­hen. Die­se hier von Hawai­ian macht dop­pelt Spaß und riecht nach Pina Cola­da! Bin gespannt, wann die Bier-Edi­ti­on erscheint.)

Baby­kar­ten-Bonus: Wenn Sie irgend­wo die Wickel­ta­sche aus den Augen ver­lie­ren, weil das Baby gera­de anfing, Erde zu essen, wird sie gefun­den wer­den. Jeder erin­nert sich an das nied­li­che Baby und die Wickel­ta­sche wird sorg­sam an der Rezeption/​am Ticket­schal­ter aufbewahrt.

Ausflüge

Aller­dings war die Sta­lak­ti­ten­be­sich­ti­gung kei­nes­wegs selbst­ver­ständ­lich. Anfangs fühl­ten sich man­che Tage an, als über­brück­te man die Zeit zwi­schen Früh­stück und Abend­essen nur mit Mit­tags­schlaf und Baby unter­hal­ten. Irgend­wann juck­te es dann aber unter den Fin­ger­nä­geln, das Hotel­ge­län­de zu verlassen.

Das waren zu Beginn kur­ze Trips in den Super­markt. Da blieb der Klei­ne auch ruhig, denn es war air-con­di­ti­on-kühl und es gibt viel zu sehen. (Super­markt­ein­kau­fen in ande­ren Län­dern ist eine unse­rer Lieb­lings­ur­laubs­be­schäf­ti­gung. Hier gibt es immer etwas Fan­tas­ti­sches oder Gro­tes­kes zu ent­de­cken. Zum Bei­spiel die rie­si­gen Frisch­fisch­the­ken in medi­ter­ra­nen Län­dern. Oder Gän­ge, deren Rega­le von Anfang bis Ende mit Hasel­nuss­scho­ko­la­de-Waf­fel­schnit­ten befüllt sind (Kroa­ti­en).)

Baby­kar­ten-Bonus: Nie­mand zeigt Sie an, wenn Sie an der Kas­se ein Pro­dukt ver­ges­sen, weil Ihr Baby es gera­de ansieht/​zerreißt/​mit Ver­pa­ckungs­fo­lie und Schach­tel auf­isst. Mit einem so süßen Baby hat man alle Hän­de voll zu tun, da kann so etwas schon mal passieren.

Mit der Zeit erwei­ter­ten wir den Erkun­dungs­ra­di­us, abhän­gig von wach­sen­dem Mut, län­ge­re Zeit mit dem Baby im Auto unter­wegs zu sein. Hier bestä­tig­ten wir eine Theo­rie, die sich schon im All­tags­le­ben her­aus­kris­tal­li­sier­te, und auf­grund der urläub­li­chen Umstän­de kla­rer wur­de. Den gerings­ten Stress hat­ten wir, wenn drei Anfor­de­run­gen erfüllt waren:

  • Das Baby ist satt.
  • Das Baby ist ausgeschlafen.
  • Das Baby hat­te genug Auslauf.

Ins­be­son­de­re den letz­ten Punkt begrif­fen wir sehr spät. Aber irgend­wie schien er logisch, wenn man sich das qual­vol­le Quie­ken eines zwei Stun­den in der Auto­ba­by­scha­le ein­ge­pferch­ten Babys anhört.

Gepaart mit solch wert­vol­len Erfah­ren und etwas Mut zum Aus­pro­bie­ren war unser ers­ter Baby­ur­laub nun schon fast mit einem aus der Prä-Baby-Zeit ver­gleich­bar. Wir besuch­ten ver­las­se­ne Kir­chen, Nudis­ten­in­seln, besag­te Aus­flug­s­tropf­stein­höh­le, Altin­nen­städ­te mit Kopf­stein­pflas­ter auf zu stei­len Hügeln, die sowohl Bug­gy als auch Waden­mus­ku­la­tu­ren her­aus­for­der­ten. Und mach­ten sogar eine Boots­fahrt mit einem Glas­bo­den­boot und der Erkennt­nis, dass der Mee­res­bo­den mit wider­li­chen See­gur­ken über­sät und ansons­ten ster­bens­lang­wei­lig ist. Über­all dabei: der Bug­gy, den wir sei­ner­zeit eben­so gründ­lich wie die­sen Urlaub recher­chiert hat­ten. Dass man den Sitz mit einem Hand­griff um 180° dre­hen kann, hat unse­rem Sohn sicher das Augen­licht vor der gna­den­lo­sen istri­schen Früh­som­mer­son­ne geret­tet. Wir dreh­ten ihn ein­fach in die ande­re Rich­tung, je nach­dem, ob wir nach Nor­den oder nach Süden fla­nier­ten. (Im 8Bit­Pa­pa-Insta­gram-Foto­al­bum gibt es ein paar exem­pla­ri­sche Bil­der dazu.) So waren wir auch bes­tens gerüs­tet für den einen oder ande­ren Natur- und Alt­stadt-Geo­cache, und natür­lich hat unser acht­mo­na­ti­ger Nach­wuchs nun auch schon sei­ne ers­ten Logs. Indes erhält 8BitPapa eini­ge wei­te­re Abzei­chen in sei­nem Vater­pass:

  • 🏅 Baby-Sher­pa: Eigent­lich nur, weil wir zu faul waren, den Bug­gy aus dem Kof­fer­raum zu kra­men und auf­zu­klap­pen. Aber Vor­sicht! Man­che Babys las­sen sich leicht ablen­ken, ver­ges­sen, dass sie auf der Schul­ter sit­zen und stür­zen sich selbst­mör­de­risch Rich­tung Ast, Pas­sant, Later­ne oder Hund.
  • 🎖 Nein-Sager: In einem Hotel­zim­mer ist es für das Baby noch ein­fa­cher, Steck­do­sen, Müll­ei­mer und ‑inhal­te und dre­cki­ge Schuh­soh­len abzu­le­cken. Wer laut Nein ruft, mit den Armen wedelt und das Baby hek­tisch und ein­dring­lich aus der aktu­el­len Situa­ti­on ent­reißt, hin­ter­lässt blei­ben­den Ein­druck. Bin gespannt, welchen.
  • 🏆 Qua­sis­port­ler: Im Urlaub ist Sport die ein­zi­ge Mög­lich­keit, dem Baby, der Ehe­frau und der Baby­/Ehe­frau-Situa­ti­on zu ent­flie­hen. Um mal ein paar Minu­ten nicht auf­merk­sam sein zu müs­sen. Am Ende ist eine Lauf- oder Wal­king-Run­de ent­lang der istri­schen Küs­te eine wirk­lich ent­span­nen­de Sache!

Euer 8BitPapa

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